NitrOlympX 2013 in Hockenheim

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Nun sollte es dieses Jahr doch tatsächlich das erste mal für mich klappen, zu den NitrOlympX vom 09.08-11.08.2013 nach Hockenheim zu kommen.

Nachdem ich ja dieses Jahr im Februar schon drei Wochen in den USA war, um mir dort den zweiten Lauf der Sprint Cup Serie in Phoenix und danach den dritten Lauf der Nationwide und der Sprint Cup Serie in Las Vegas an zu schauen, konnte ich nun als alter US Motorsport Fan das erste mal die großen Dragster LIVE erleben.

Früher schon habe ich neben NASCAR und den Monster Trucks auch die Dragster immer wieder gerne in TV angeschaut. Damals waren die Monster Trucks mit Grave Digger und Co noch am meisten auf den beiden Sportsendern wie DSF und Eurosport vertreten gleich gefolgt von Dragster und am Schluß dann auch NASCAR.

So wenig wie man von NASCAR damals nur sehen konnte, kam man hier in Deutschland und Europa gar nicht richtig in das Thema rein. Beide Sender zeigen nur sehr selten etwas über NASCAR und deren Rennen. Bei den Dragstern sah es schon ein wenig besser aus. Dort wurde mehr oder weniger regelmäßig was gezeigt, ja fast wöchentlich kam eine Sendung mit einem der Rennen. So bekam man schnell mit worum es bei den viertel Meilen Rennen ging. Das Team und das Auto mit der besten Reaktionszeit am Start sollte meisten wenn alles gut ging als erstes im Ziel nach den 400m Strecke sein. Das dabei Geschwindigkeiten von bis zu knapp 500kmh (312 Mph ) gefahren wurden, kam im TV nie so richtig rüber. Klar sah es schnell aus und war auch spektakuläre an zu sehen und nicht nur wenn von einem der 8000PS Boliden der Motor explodierte. Auch der Sound der fetten Motoren die mit Methanol getankt werden hörten sich richtig geil an und sahen beim Start auch mit dem Feuer aus dem Armdicken Auspuffrohren hammer aus. Doch LIVE konnte man diese Boliden nur in den USA sehen und damals war es einfach unmöglich dort mal eben rüber zu fliegen.

Sicher war ich dieses Jahr schon das zweite mal in den USA drüben, doch habe ich mir dort nur die NASCAR Live anschauen können. NASCAR ist nun mal die bessete Motorsportart auf der Erde und die sollte jeder der mal drüben ist dort auch LIVE anschauen. Klar hätte ich mir dort sicher auch ein Dragster Rennen angeschaut, doch zu dem Zeitpunkt als ich drüben war, wurde kein Rennen gefahren. Am Las Vegas Motor Speedway ist direkt eine Dragster Strecke. Einmal konnte man 2010 dort ein paar Dragster hören, doch auch damals war es Zeitlich leider nicht möglich so ein Rennen an zu schauen.

NASCAR für alle die sich damit nicht ganz so gut auskennen, sind die Autos die im Kreis immer Links rum fahren. Ok zwei mal im Jahr wird auch auf einem Straßenkurse gefahren wo es dann auch mal rechts rum geht. Das ganze Fahrerfeld besteht aus 43 Autos die meistens so um die 500 Meilen Rennen fahren. Das ganze Bumper to Bumper ( Stoßstange an Stoßstange ) bei über 330 kmh ( 200 Mph ). Das es dort oft spektakuläre Abflüge gibt ist ausser Frage, doch durch das Oval fahren gibt es bis zum Ende immer sehr viele Überholmanöver zu sehen. Jetzt stellt Euch mal ein Oval wie das von Phoenix mit einer Meile Länge vor, wo 43 dieser Autos mit über 850 PS gleichzeitig aufs Gas latschen. Da heulen schnell mal so um die 37000 PS auf ungedämpft und einfach frei raus. Da kann ich euch sagen, das dort alles zu zittern anfängt und jeder von seinem Platz aufspringt und jubelt. Einfach die „Days of Thunder“ und der Oberknaller.

Nun nachdem ich dieses ja schon mehrfach miterleben durfte wollte ich nun auch wissen wie es ist so ein NASCAR mal selber zu fahren. Das tat ich dann auch dieses Jahr in Las Vegas einen Tag nachdem das Sprint Cup Rennen mit #20 Matt Kenseth beendet wurde. Auch dieses Gefühl werde ich nicht vergessen. Einfach nur geil und unbeschreiblich.

Warum ich euch das alles hier erzähle, um den Vergleich zu Dragster euch mal zu geben und zu zeigen wie es mir das erste mal bei so einem Dragster Rennen ergangen ist.

Bilder von Freitag 09.08.2013 (klickt auf die Bilder um sie zu vergrößern)

Ich kam in Hockenheim an und wollte mich dort mit Cheater Dave treffen. Er hatte noch eine Begleitung mit und auch Flo  war mit von der Partie, was mich besonders freute, da wir uns schon lange kennen aber nie bis jetzt sehen konnten.

Dave erzählte mir, das ist vom Parkplatz aus noch ein ganze ecke laufen müsste, bis ich zum Eingang kommen würde. Dort auf dem Parkplatz angekommen hörte man schon die Dragster Motoren. Sie waren nicht besonders laut, doch einzigartig, US Motoren eben. So bin ich an dem riesigen Stadion und den Tribünen vorbei gelaufen die kein Ende nahm immer wieder mit kurz aufheulenden Motoren. Da dachte ich mir nur OK geil sind sie aber nicht so laut wie ich es mir vorgestellt hatte, nicht zuletzt weil ich ja schon mehrfach in Hannover bei der Street Mag Show mit Dragster Bekanntschaft machen konnte und wusste wie Laut sie sind. Auch wusste ich von dort, das diese Autos wenn man drin sitzt recht gemütlich waren und nicht wie man es sich bei den Monstern normalerweise vorstellt. Dann kam Dave mir schon entgegen und überreichte mir das Weekend Ticket. Nun sollte ich gleich sehen, wie so ein Rennen mit richtig dafür gebauten Autos aussehen sollte.

Wir gingen die Treppe hoch und oben angekommen eröffnete sich mir ein hammer ausblick auf die Strecke und der gesamten Anlage. Unten auf der Strecke waren grade die Pro Stock Autos am Start. Jetzt wusste ich auch, das es noch gar nicht so laut sein konnte, den die TOP Klassen wie TOP Fuel Funny Car und TOP Fuel Dragster waren noch gar nicht dran. Nachdem wir dann auch Flo und Sonja auch gefunden hatten, gingen wir mal auf unseren Platz kurz nach der Startlinie. Dort hatten wir einen wunderbaren Blick auf das ganze geschehen am Start.

Wer sich ein wenig mit den Dragstern auskennt, der weiß, das der Start das wichtigste uns spannendste ist am ganzen Rennen. So machten sich die nächsten beiden Teams bereit für das nächste Rennen. Als erstes fahren die Autos durch ein kleine Kule, die immer wieder mit Wasser gefüllt wird. so werden die Reifen nass gemacht um dann gleich darauf mit diesen einen BurnOut machen zu können. Dieser BurnOut ist sehr wichtig, den dort werden die Hinterreifen aufgewärmt um dann beim Rennstart optimalem Grip auf der Hinterachse Liefern zu können. So ein BurnOut kann schon manchmal über fast die komplette Distanz der Strecke gehen. Die Fahrer müssen dann Rückwärts wieder zur Startlinie fahren und werden gleichzeitig von einem Teammember richtig eingewiesen. Dieser läuft vor dem Auto und gibt Handzeichen ob der Fahrer weiter nach rechts oder links muß um dann am Start optimal zu Strecke zu stehen. Das sieht schon recht witzig aus, vor allem weil die Member richtig dabei laufen müssen.

Stehen beide Autos wieder vor der Startlinie, so beginnt erst das spannendste am ganzen Rennen. Beide werden von einem weiteren Member auf die Ausgangsposition eingewiesen und das ganze Millimeter genau. Es gibt drei Linien vor dem Start und der Ampel. Auf der blauen Linie stehen beide nach dem einweisen. Ab jetzt beginnt erst der Kampf der beiden Fahrer. Sie sind ab jetzt auf sich gestellt und müssen selbst entscheiden wann und wie weit sie sich bis zur nächsten Linie vorrollen lassen. Das ganze nennt sich Pre-Stage und wird über der Ampel mit dem ersten gelben Licht auch angezeigt. Lassen sie sich weiter nach vorne rollen, so gehen sie in Stage und beide wissen wenn das zweite gelbe Licht über der Ampel leuchtet geht es in wenigen Augenblicken los. Nun kommt die eigentliche Ampel ins spiel. Dort leuchten die drei gelben Leuchten auf und nur 0,4 Sek. später die grüne Leuchte. Das Rennen ist frei gegeben. Hier kommt es auf eine krasse Reaktionszeit an. Beide geben Vollgas und nach 400m und ca. 7-8 Sek bei den Pro Stocks ist das Rennen gelaufen. Sollte einer der beiden zu früh starten so leuchtet die rote Lampe auf und der andere Fahrer hat automatisch gewonnen. Das ganze geht so schnell das man kaum die Spannung erklären kann.

Bilder von Samstag 10.08.2013 (klickt auf die Bilder um sie zu vergrößern)

Ich selber bin schon einmal mit dem NASCAR-LIBRA die viertel Meile in Bottrop gefahren und konnte selber die Spannung am eignenden Leibe mit erleben. Dieses Gefühl gab es bei dieses Rennen auch wieder, obwohl man nicht selber am Start stand.

So schauten wir uns ein Rennen nach dem anderen an und alles lief wie geschmiert. Ich wartete ganz gespannt auf die Funny Cars. Funny Cars sind im Gegensatz zum TOP Fuel Dragster breiter und gaben einen kürzeren Radstand, Außerdem haben die den Motor vor dem Fahrer und eine Karosserie. Beide Fahrzeuge haben zwischen 7500 und 8000 PS doch die Funny Cars sind ca. eine Sek. Langsamer auf der Strecke wie ein TOP Fuel Dragster. Trotzdem sind sie genauso spektakuläre wie die ganz großen..

Dann war es endlich soweit. Die ersten Funny Cars machten sich bereit. Es waren aber erst die TOP Methanol und nicht die TOP Fuel dran. Der BurnOut dieser Monster war richtig geil. Unglaublich was da für eine Power aus den gut 8 Liter Motoren aus kommt. Das erste Rennen ging los und es wurde Laut, doch nicht so Laut wie mir das immer erzählt worden ist. Ich dachte mir OK vielleicht weil es nicht die TOP Fuel Funny Cars waren. Doch auch als die auf die Strecke kamen waren diese nicht viel lauter. Doch 5er Zeiten ließen auf knappe geile weitere Rennen hoffen.

Dann war es soweit und das erste TOP Fuel Dragster rollte alleine auf die Strecke. Sein Gegner hatte wohl Probleme und konnte nicht antreten. Das war aber den Freitag noch nicht so schlimm, den es war erst der erste Qualilauf von insgesamt vier. Der BurnOut folgte und ich war echt überrascht wie leise das ganze war. da kamen mir die Funny Cars und selbst die Pro Stock und Pro Modified sehr viel lauter vor. Es machte sich Ernüchterung breit und ich wartete auf den Start in der Hoffnung, das das Teil voll abgehen wird. Kurz vorm Start wurde es ziemlich ruhig. Der Motor des Dragster schien fast aus zu sein, den man hört nichts oder nur sehr sehr wenig. Dann sprang die Ampel auf grün und der Fahrer gab Vollgas. Was jetzt passierte, werde ich in meinem Leben nicht mehr vergessen. Das Teil brüllte, nein es schrie förmlich alles heraus was nur ging. Alle zuschauer zuckten zusammen und waren so erschrocken, das manche nicht mal mehr den Mund zu bekommen hatten. Die Tribüne bebte und alles schepperte um uns herum. nichts war mehr zu hören außer dieser Motor der unvorstellbar laut war und alles zum zittern brachte was in einem Umkreis von einem Kilometer war. Ich weiß gar nicht was ich noch sagen kann, damit man sich vorstellen kann was das für ein krasse Gefühl war als das Teil los ging. Das ganze dauerte weniger als 4,5 Sek. und das ding ging mit bis zu 480kmh durchs Ziel. Gebremst wurde mit einem bis zwei Fallschirmen und der Carbon Bremse auf der Hinterachse. 200 Liter Sprit auf den 400m waren noch ein guter verbrauch und die Leute inkl. mir standen die Haare zu berge und wir bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Es gab kaum eine Verschnaufpause, den die nächsten beiden TOP Fuel Dragster rollten schon an den Start und mir blieb die Frage was jetzt kommt wenn zwei dieser Monster aufs Gas gehen. Es sollte nicht lange dauern bis beide in Stage standen und die Motoren der beiden wieder ruhig wurden. Ich nenne das mal wirklich die Ruhe vor dem Sturm. Man konnte richtig spüren das alle der zuschauer angespannt waren und nur auf den Start warteten. Es ging los und es war einfach nur krass. Obwohl man jetzt schon wusste was kommt, war es genauso wie beim ersten mal wenn nicht sogar noch krasser. Wieder erschraken alle und zickten zusammen als das beben an uns vorbei ging. NUR NUR KRASS, ABER GEIL.

Cheater Dave der ja immer Dragster, NASCAR vorzieht hatte nicht zu viel versprochen gehabt. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet und schon gar nicht als vorher schon die Funny Cars unterwegs gewesen waren. NASCAR wird für mich immer die Nr. 1 bleiben, doch vergleicht man das ganze mal vom Sound her, kommen 43 NASCAR an zwei TOP Fuel Dragster niemals ran. Das ist wirklich unnormal was da abgeht. Wäre mal interessant zu hören wenn 43 TOP Fuel Dragster gleichzeitig starten würden. Da glaube ich würde so manches Haus was dort in der Nähe steht einstürzen. Allerdings wirklich nur bei den TOP Fuel Dragsters. Alle anderen sind klar hammer laut und haben hammer Sound, doch sie haben nicht diesen BOW Effekt und rein vom Sound her gesehen kommen diese auch nicht an NASCAR ran. Trotzdem macht es Spaß sich diese Rennen an zu schauen und es passieren oft spektakuläre Sachen.

So gab es drei Motorplatzer wo der Motor komplett in die Luft geflogen ist. Auch gab es mehrere Tireshaker, wo am Start die Reifen durchdrehen und den Fahrer hin und her schütteln. Auch waren die Motorräder krass unterwegs und so mancher Fahrer nahm eine Begrenzung mit. Dann gab es noch nie Night Show am Samstag Abend. Dort konnte man die TOP Fuel Dragster und Funny Cars abends sich mal anschauen. Im dunklen konnte man nicht nur das Methanol durch Flammen sehen, sondern auch brennend in der Nase riechen. Nicht umsonst hatten so manche Gasmasken auf. Schön war es auch für mich Funny Cars aus den 70er und 80er zu sehen. Die haben noch richtig Stil gehabt und jedes Auto hatte einen eigenen Namen ähnlich wie bei den Monster Trucks. Dann gab es noch eine Stuntshow mit einem Motorrad, einem Smart mit 240 PS und eine Feuershow.

Echt krass war das Rocketbike. Dieses hörte man gar nichts, nicht einen Laut. Dann zählte man runter von 5 – 0 und das Teil schoss wie eine Rakete davon. Anders die Jet Funny Cars. Sie wurden mit einer 30000 PS Turbine angetrieben und stießen Meter weit Flammen hinten raus. Sie hörten sich an wie Düsenjäger und es war laut und es knallte, einfach krank. Die beiden haben sogar ein Rennen ausgetragen und gingen dabei unnormal ab.

Das ganze wurde mit zwei weiteren Jet Dragster die aussahen wie Raketen in einem Rennen und einem großem Feuerwerk beendet.

Bilder von Sonntag 11.08.2013 (klickt auf die Bilder um sie zu vergrößern)

In den drei Tagen konnten wie auch ins Fahrerlager gehen. Dort waren 100derte von Teams wo man überall rein und hin konnte. Man konnte Bilder und Videos machen sowie mit den Teams und Fahrern sprechen. Keiner sagte auch nur einmal das man irgendwo nicht hin darf. Das gefiel nicht nur mir, sondern auch Sonja, die vor dieser Veranstaltung noch nie etwas mit Autos oder Motorsport zu tun hatte. Sie war so begeistert, das sie wohl nächstes Jahr gerne wieder hier nach Hockenheim kommen möchte.

Auch ich war sehr positiv von der ganze Atmosphäre an diesem Weekend überrascht. Das ganze Strecken Layout die Sprecher die Aufmachung der ganzen Anlage, die Fahrer und Teams, die Sicherheitsleute und der ganze Aufbau der Veranstaltung sowie nicht zuletzt das man sich frei bewegen konnte und die Rennfahrzeuge erinnerten mich sehr stark an die USA und die NASCAR Rennen. Alles war sehr auf die Fans ausgelegt und es war echt schön zu sehen, das es sowas im doch so strengen Deutschland auch geben kann. Das wurde auch von allen Fans gewürdigt, die alle samt richtig gut drauf waren. Auch fand ich es sehr schön, das der Campingplatz und der Parkplatz sehr nah an der Strecke lag. Man musste nicht einmal 5 Min. gehen und man war schon da. Alles im allem war es ein richtig geiles Dragster Weekend wo das Preis Leistungsverhältnis SEHR gut war. Auch ich wurde jetzt von dem Rausch der Dragster infiziert und bin auch am überlegen ob ich es nächstes Jahr wieder dort hin schaffen werde. Normalerweise bin ich nächstes Jahr gerne wieder dabei, es sei den das für 2015 der nächste USA Trip gebucht ist. Dann wird es wohl auch erst wieder 2015 wieder was mit den Dragstern in Hockenheim werden, auf jeden Fall komme ich wieder.

Ich hoffe ich konnte dem ein oder anderen von euch hier ein kleinen Einblick geben wie das ganze dort sein muß. Auch als NASCAR Fanatiker lohnt sich diese Veranstaltung in jedem Fall. Es gibt nichts vergleichbares hier in Deutschland. Keine GT-Masters, DTM oder Formel 1 kommt mit dem was die Dragster bieten mit. Echt geil und für jedem US – CAR , NASCAR und auch US Motorsport Fan einfach Nr.1 hier in Deutschland.

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